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Die sieben goldenen Genussregeln

Genießen ist etwas Positives. Schließt man die Augen und denkt an etwas Schönes, Genussvolles, fängt die Seele an zu schwingen. Doch nicht allen gelingt das und vielen nur allzu selten. Deshalb hat sich der Psychologe und Genussforscher Dr. Rainer Lutz (Universität Marburg) diesem Thema gewidmet. Sinnlicher Genuss ist für ihn wichtiger Bestandteil unserer Ess- und Trinkkultur. Und er möchte, dass Menschen (wieder) das Genießen lernen. Dahin führt er sie Schritt für Schritt, über sieben sogenannte Genussregeln.

Genuss beim Essen und Trinken
Was ist Genuss? Genuss und Genießen geschehen Dr. Lutz zufolge bewusst, während der reine Konsum eher unbewusst geschieht und somit im Gegensatz zum Genießen steht. Zum Genießen gehört, geschmackliche Besonderheiten zu erfahren. Und beispielsweise auch, die Konsistenz des Lebensmittels zu erfassen. Ist es weich oder cremig? Knusprig, körnig, bissfest oder zäh? Wer nur konsumiert, schenkt dem eher keine Beachtung. Auch die Menge spielt beim bloßen Konsum eines Lebensmittels keine Rolle. Aus diesen Gegensätzlichkeiten entwickelte der Marburger Genussforscher "Die sieben goldenen Genussregeln". Mit ihnen können wir unsere Genussfähigkeit Schritt für Schritt besser ausbilden.

Genussfähigkeit bilden
Genuss setzt Genussfähigkeit voraus. Genuss ist ein positiver Sinneseindruck. Er ist eng mit körperlichen Empfindungen verbunden - wir schmecken, riechen, fühlen etwas. Gefällt es uns ausnehmend gut, empfinden wir Genuss. Genuss hat auch etwas mit unseren geistigen Empfindungen zu tun: Wir stellen uns ein schönes Ereignis vor, erinnern uns an etwas Herrliches, Einzigartiges, das wir erlebt haben, ...
Genuss ist lustvoll, sinnlich und immer auf das eigene Ich bezogen. Jeder Mensch wird etwas anderes nennen, wird andere Erlebnisse anführen, wenn er Genuss oder individuelle Genussmomente beschreibt. So sucht jeder selbst aus und entscheidet für sich, was ihm Genuss verschafft, wie er genussvolle Erlebnisse für sich arrangiert und zelebriert.
Fühlt man sich noch nicht richtig befähigt, Genuss zu empfinden, oder möchte das positive Sinnesempfinden noch feiner ausbilden, helfen "Die sieben goldenen Genussregeln" von Dr. Rainer Lutz. Sie geben wertvolle Anregungen und sind einfach zu beherzigen.

Die sieben goldenen Genussregeln

  1. Genuss braucht Zeit
    Nehmen Sie sich Zeit zum Genießen; Eile ist der Feind des Genießens

  2. Genuss und Genießen muss erlaubt sein
    Verstehen Sie angenehme Erfahrungen nicht als Luxus - verbieten Sie sich nichts

  3. Genuss geht nicht nebenbei
    Genuss kann nicht neben anderen Aktivitäten erlebt werden - ein Genusserlebnis braucht die ungeteilte Aufmerksamkeit

  4. Weniger ist mehr
    Überangebot und Genuss sind nicht miteinander vereinbar - jede Lieblingsspeise verliert ihren Reiz, wenn man sie täglich und reichlich isst

  5. Aussuchen, was einem gut tut
    Bestimmen Sie selbst, was Sie genießen: Ob essen und trinken, Radtouren, Hobbys, Reisen - finden Sie heraus, was Ihnen Genussmomente verschafft

  6. Ohne Erfahrung kein Genuss
    Sammeln Sie Erfahrungen - so lernen Sie sich selbst kennen und erschließen sich neue "Genussbereiche"

  7. Genuss ist alltäglich
    Genuss ist nicht nur in besonderen Situationen erlaubt - Genuss sollte ein Bestandteil Ihres Alltags sein