Home Kontakt Sitemap
Suche

Auszüge aus dem Buch



Verbote fördern Heißhunger
Würden Süßwaren nicht von manchen Gruppen fälschlicherweise als "ungesund" eingestuft und pauschal als Dickmacher kategorisiert, gäbe es vermutlich keinen Heißhunger auf Süßigkeiten. So die Erkenntnis der Ernährungspsychologen. Süßwaren wären dann Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung und würden ohne schlechtes Gewissen verzehrt.
Eine generelle Empfehlung, "wenig Süßes" zu verzehren, sei nicht mehr aufrecht zu erhalten. Dies war die einhellige Meinung der auf der 6. wissenschaftlichen Tagung der DAEM vertretenen Wissenschaftler. Im Sinne einer Ernährungslenkung sei es deshalb sinnvoller, generell einen moderaten Umgang mit Zucker und Süßwaren zu empfehlen statt Verbote auszusprechen.
Schon die Nationale Verzehrsstudie NVS I habe gezeigt, dass der übliche Verzehr von Süßwaren und Zucker zu keinem Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen führt.

Schlanke konsumieren mehr Süßwaren als Übergewichtige
Für weite Teile der Bevölkerung stellen Süßigkeiten kein reales ernährungsphysiologisches Problem dar", so Professor Dr. Volker Pudel, ehemals Ernährungspsychologische Forschungsstelle der Universität Göttingen. Hierzu waren 85.000 Ernährungstagebücher ausgewertet worden. Sie zeigten: Süßigkeiten sind oft nicht die bevorzugte Kalorienquelle übergewichtiger Menschen. Gerade fettleibige Männer nehmen wenig Süßigkeiten zu sich. Spitzenreiter im Verzehr von Schokolade & Co. sind vor allem schlanke Männer.

Die Vorliebe für Süßes ist angeboren
Die Vorliebe für Süßigkeiten wird dem Menschen bereits in die Wiege gelegt. Schon Neugeborene reagieren positiv auf die Geschmacksrichtung "süß". Süßes war in der Evolution immer ein guter Nährstofflieferant. Mehr noch: Essbares aus der Natur, das süß schmeckt, ist eher nicht giftig. So wurde "süß" zum "Sicherheitsgeschmack der Evolution".
In weiten Kreisen der Bevölkerung gelten Süßwaren jedoch als ungesund. Sie werden als vermeintliche Hauptverursacher von Übergewicht, Herzkrankheiten und Karies angesehen. Insbesondere Frauen werden durch das vorherrschende Schlankheitsideal dazu angehalten, sich Süßes zu verbieten. Dies führt jedoch häufig zum gegenteiligen Effekt: Das Verlangen nach süßen Speisen wird immer größer. Es steigert sich zu einem wahren "Süßhunger".

Süßwaren und gesundheitliche Aspekte
Es gibt keinen Zusammenhang zwischen dem derzeit üblichen Zucker- und Süßwarenkonsum und bestimmten Krankheitsbildern. Vielfache Fehleinschätzungen ließen sich widerlegen. So etwa der häufig diskutierte Zusammenhang zwischen Süßwarenkonsum und Beschwerden durch Darmpilze (Candida). Einer Studie zufolge hat selbst eine exzessive Zuckeraufnahme keinen Einfluss auf die Pilzbesiedlung im Darm.
Der festgestellte Rückgang von Karies ist in erster Linie einer verbesserten Mundhygiene und der Anwendung von Fluoriden zuzuschreiben und nicht einem Verzicht auf Zucker.
Weitere Erkenntnis: Süßwaren haben eine positive Wirkung auf das Wohlbefinden: Die Kombination von Kohlenhydraten und Fetten führt zu einer Stimulation des serotonergen Systems und wirkt damit antidepressiv.

Süßwaren und (Leistungs-)Sport
Kohlenhydrate nehmen eine zentrale Stellung als Energiequelle für die Zellleistungen, insbesondere für die Muskelarbeit, ein. Nach anstrengender körperlicher Arbeit sollte die verbrauchte Energie vorrangig wieder durch Kohlenhydrate ersetzt werden. Intensiv trainierenden Sportlern, vor allem in Ausdauersportarten, wird deshalb empfohlen, 60 bis 65 Prozent ihrer Tageskalorien durch Kohlenhydrate aufzunehmen. Süßwaren zeichnen sich häufig durch einen hohen Kohlenhydratgehalt aus. Deshalb können sie einen maßgeblichen Beitrag dazu leisten, den hohen Kalorienbedarf von Sportlern zu decken.

Süßwaren und Diabetes
Auch Diabetiker müssen nicht auf Süßwaren verzichten. Ein maßvoller Genuss und eine Zufuhr von bis zu 10 Prozent der Gesamtenergieaufnahme aus Saccharose (Haushaltszucker) sind aus Sicht der Wissenschaft akzeptabel.
23.08.2010

Zuckersucht ist ein Ernährungsmärchen!

Wissenschaftliche Auswertung von 160 Studien findet keine Bestätigung für Hypothesen...


Mehr