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Werden Anfang Januar die restlichen Weihnachtsmänner wirklich zu Osterhasen eingeschmolzen?

Nein, Weihnachtsmänner werden nicht zu Osterhasen eingeschmolzen. Das mögen noch so viele "findige" Leute immer wieder behaupten und ihren Spaß daran haben. Die Hersteller von Weihnachtsmännern und Osterhasen fertigen ihre Saisonartikel aus stets frisch hergestellter Schokoladenmasse. Alles andere würde den Qualitätsansprüchen nicht genügen.

Wer ist beliebter - der Osterhase oder der Weihnachtsmann?

Der Osterhase hat den Weihnachtsmann überholt. Heute sind rund 57 Prozent aller Schokoladenhohlfiguren Osterhasen und rund 43 Prozent Weihnachtsmänner.

Wird eigentlich im Sommer und im Winter unterschiedlich viel genascht?

Das lässt sich schwer sagen. Der Hauptunterschied liegt darin, was genascht wird. Im Sommer eher Eis, im Winter mehr Schokolade. Auch die Geschmacksrichtungen spiegeln die Jahreszeiten wider: Im Sommer bestimmen leichte-fruchtige Noten das Angebot. Im Winter wird es dunkler, nussiger, karamelliger, mit mehr Gewürznoten.

Wann wurden "Süßwaren" erfunden?

Die zwei wichtigsten Komponenten der Süßigkeiten sind die Schokolade und der Zucker. Schokolade wird aus Kakao hergestellt. Von ihm wissen wir, dass er bereits von den Azteken genossen wurde. Von Mexiko aus gelangte Kakao im 17. Jahrhundert nach Spanien und wurde von dort weltweit verbreitet. Zunächst gehobenen Gesellschaftsschichten vorbehalten, kamen über die Jahrhunderte hinweg alle Schichten der Gesellschaft in den Genuss von Kakao und Schokolade.
Süßigkeiten auf Zuckerbasis, Bonbons, sind eine Kreation der Franzosen. Bonbons konnten erst erfunden werden, als der neue Rohrzucker und die Kunst des Zuckersiedens aus Kleinasien nach Europa gekommen waren. Exklusiv in Adelskreisen wurden Kaubonbons aus Bonbonnieren (Konfektschachteln) verzehrt. Aus dem handgefertigten Konfekt wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein Industrieprodukt.
Eine Besonderheit lässt sich noch für Deutschland berichten: Hier gab es ab Mitte des 19. Jahrhunderts den "Bamberger Bärendreck", heute als Lakritz bekannt. In Bamberg wurden damals bereits flächendeckend Süßholzwurzeln und Zuckerrüben - Hauptzutaten von Lakritze - angebaut. So konnten die Bamberger frühzeitig und erschwinglich die Köstlichkeit genießen.

Woher kommt der Brauch des Adventskalenders?

Die Ursprünge des Adventskalenders lassen sich bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen. Die wahrscheinlich früheste Form eines Adventskalenders stammt aus dem Jahr 1851. Damals sollen in protestantischen Familien im Dezember jeweils 24 Bilder nach und nach an die Wand gehängt worden sein. Ca. 50 Jahre später soll eine Pastorsfrau dann einen Adventskalender aus 24 auf Karton befestigten Gebäckstücken für ihren Sohn gebastelt haben. Dieser hat den Adventskalender dann als Erwachsener - so die Geschichte - immer weiterentwickelt, bis es schließlich zum schokoladengefüllten Adventskalender kam. Andere Geschichten erzählen von 24 Strohhalmen, die dem Christkind im Dezember in die Wiege gelegt wurden, und 24 Kreidestrichen über der Tür, von denen jeden Tag einer weggewischt wurde. Als sicher gilt, dass der erste mit Schokolade gefüllte Adventskalender, wie wir ihn heute kennen, auf das Jahr 1958 datiert ist.

Warum heißen Lebkuchen Lebkuchen?

Über die Entstehung des Namens Lebkuchen gibt es unterschiedliche Ansichten. Sehr wahrscheinlich ist, dass das Wort Lebkuchen vom lateinischen libum = Fladen, Kuchen, Opferkuchen kommt. Allerdings kommen auch leb = Laib (wegen der Form des Lebkuchens) oder Lebenskuchen (wegen einer heilsamen Wirkung des Lebkuchens) als Namensgeber in Frage.

Seit wann gibt es Lebkuchen?

Die Ursprünge des Backens werden auf Ägypten und Griechenland zurückgeführt. Von dort gelangte die Fertigkeit zwischen dem 2. und dem 4. Jahrhundert n. Chr. nach Rom. Mit der Verbreitung des Christentums übernahmen vor allem Klöster die Kunst der römischen Feinbäckerei. Besonders beliebt waren dabei Lebkuchen und Honigkuchen. So kam es irgendwann zu der Idee, die Lebkuchenmasse auf Oblaten zu streichen. Ab dem 10. Jahrhundert wurden die Oblaten-Lebkuchen in großen Mengen in Klosterbäckereien produziert.

Woher kommt Spekulatius, und wie kam dieser zu seinem Namen?

Als Heimat des Spekulatius gelten das Rheinland und die Niederlande.
Er verdankt seinen Namen dem heiligen Nikolaus, der den (lateinischen) Beinamen speculator = Bischof trug. Das Gebäck wurde ursprünglich zu Ehren dieses Bischofes am 6. Dezember gebacken. Auch heute stellt Spekulatius im Regelfall noch Bilder der Nikolausgeschichte dar und ist ein typisches Gebäck der Adventszeit.

Weshalb spricht man vom "Süßholz raspeln"?

Süßholz raspeln besagt, dass jemand auf plumpe Art Komplimente macht bzw. dabei gleich ins Volle geht. Zu den Begriffen: Süßholz ist eine mehrjährige krautige Pflanze (Glycyrhizza glaba). Sie wird beispielsweise zur Herstellung von Lakritze verwendet. Geschmack gebend ist u.a. das Glykosid. Glykosid besitzt etwa die 50-fache Süßkraft von Rohrzucker. Und bei der Arbeit mit einer Raspel fallen gleich sehr grobe Späne (Holz-, Metall o.a.).

Seit wann gibt es den Brauch, Schultüten zur Einschulung zu verschenken?

Die Schultüte, wie sie auch heute noch Erstklässler am Einschulungstag geschenkt bekommen, ist erst seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts bekannt. Der Brauch entstand in den Städten und breitete sich dann auch in ländlichen Gebieten aus. Die Geschichte einer "süßen Tüte" lässt sich in Deutschland allerdings weiter zurück verfolgen. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Kindern vornehmlich in Sachsen und Thüringen der Schulbeginn versüßt. Zum Beispiel in Jena (1817), Dresden (1820) und Leipzig (1836). Dort erzählte man ihnen, dass im Haus des Lehrers ein Schultütenbaum wüchse. Wenn die Schultüten groß genug wären, wäre es Zeit für den Schulanfang.