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Gesundheit und Lebensstil

Können Süßwaren wirklich die Stimmung aufhellen, mir also auch über die "dunkle Jahreszeit" hinweg helfen?

Ja. Untersuchungen haben gezeigt, dass wir eine Art "innere Uhr" besitzen. Diese innere Uhr kann durch Licht sowie durch bestimmte körpereigene Stoffe, wie etwa Serotonin, beeinflusst werden. Serotonin ist ein Botenstoff, der unter anderem stimmungsaufhellend wirkt, sprich: für gute Laune sorgt. Wenn die Tage kürzer werden und es dem Körper an Sonnenlicht und Serotonin fehlt, reagieren viele Menschen mit Winterdepression bzw. -müdigkeit. Abhilfe könnten zum Beispiel ein Spaziergang an der frischen Luft oder eine Reise in den sonnigen Süden schaffen. Ein probates Mittel kann auch das Naschen von kohlenhydratreichen Lebensmitteln sein, denn Kohlenhydrate sind mitverantwortlich für die Produktion von Serotonin in unserem Körper. Beispielsweise Bananen und Kekse sind gute Lieferanten von Kohlenhydraten. Und auch Schokolade, natürlich in Maßen genossen, kann durchaus zu einer besseren Stimmung verhelfen. Verantwortlich dafür ist der Eiweißbaustein Tryptophan aus der Kakaobohne, der ähnlich wie Kohlenhydrate die Bildung des sog. "Glückshormons" Serotonin auslöst.

Stimmt es, dass Menschen eine angeborene Vorliebe für Süßes haben?

Ja. Die Vorliebe für den süßen Geschmack bringen Babys bereits mit auf die Welt. Naschen ist ein Urbedürfnis, tief verwurzelt in jedem Menschen. In der Evolution hat die Präferenz für "süß" dem Menschen das Überleben gesichert. Denn süß schmeckende Pflanzenteile sind oftmals essbar. Im Gegensatz zu bitter schmeckenden. Sie sind oft giftig. Verantwortlich für den süßen Geschmack sind einfache Kohlenhydrate. Als sehr wichtige Energielieferanten braucht unser Körper sie. Untersuchungen zeigen: Neugeborene reagieren auf süße Geschmacksreize mit einem zufriedenen und entspannten Gesichtsausdruck. Bei saurem und bitterem Geschmack verzieht sich ihre Miene hingegen missmutig.

Kann ich durch den Verzehr von Kartoffelchips oder Gebäck zu viel Acrylamid aufnehmen?

Nein. Für in Deutschland produzierte Produkte kann man das ausschließen. Dank erfolgreicher technologischer Konzepte enthalten z. B. Kartoffelchips heute weniger als 400 µg Acrylamid pro Kilogramm - also weit unter dem amtlichen Signalwert (1.000 µg/kg). Auch bei industriell hergestellten Feinen Backwaren liegen die Acrylamidgehalte in der Regel deutlich unter dem jeweiligen amtlichen Signalwert. Es spricht also nichts gegen den Verzehr dieser Produkte.
Vorsorglich: Auch im Haushalt kann es, etwa bei der Verarbeitung von Kartoffeln zu Pommes frites oder Bratkartoffeln oder beim Plätzchen Backen, zur Bildung von Acrylamid kommen. Um dies zu minimieren, lautet die Faustregel: "vergolden statt verkohlen".
Hinweis: Wenn Sie sich vertiefender mit diesem Thema beschäftigen möchten, empfehlen wir Ihnen den Beitrag im Wissenschaftlichen Pressedienst 1/2009 "Acrylamidgehalte in Lebensmitteln deutlich reduziert" von Prof. Dr. Reinhard Matissek <>. Auch die Broschüren des aid-Infodienstes "Wie Sie sich und Ihre Familie schützen können" (2005) und "Acrylamid 10 Fragen, 10 Antworten" (2009) sind eine gute Informationsmöglichkeit zu diesem Thema.

Ist Zucker ein Vitamin-B1-Räuber?

Nein. Vitamin B1 spielt zwar eine entscheidende Rolle im Kohlenhydrat-Stoffwechsel. Vitamin B1 bzw. seine aktive enzymatische Form wird jedoch nicht "verbraucht". Der Konsum von Zucker geht folglich nicht mit einem gesteigerten Vitamin-B1-Bedarf einher.

Ist Zucker für Diabetes verantwortlich?

Nein. Zuckerkonsum ist nicht für die Entstehung von Diabetes verantwortlich. Allerdings sollten Diabetiker eine zu hohe Zufuhr besonders von "isoliertem" Zucker vermeiden. Das heißt, Zuckerreiches möglichst nicht isoliert von Mahlzeiten zwischendurch essen oder trinken.
Fachgesellschaften betonen aber, dass dies keine spezielle Empfehlung für Diabetiker ist, sondern auch für Gesunde gilt. Denn eine hohe Zufuhr von "isoliertem" Zucker lässt den Blutzuckerspiegel ansteigen. Um den Blutzuckerspiegel wieder abzusenken, muss der Organismus entsprechend hohe Mengen des Hormons Insulin produzieren. Da bei Diabetes die Insulinproduktion des Körpers eingeschränkt ist oder gar nicht mehr erfolgen kann, sollten extreme Blutzuckerschwankungen vermieden werden.

Sind Süßwaren und Knabberartikel im Rahmen einer abwechslungsreichen Ernährung erlaubt?

Ja. Süßwaren und Knabberartikel sind Bestandteil einer abwechslungsreichen Ernährung. Dies zeigt auch die Ernährungspyramide der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), die Süßwaren und Knabberartikel mit aufführt. Wichtig ist, dass der Verzehr sowohl von Süßem als auch von Knabbereien bewusst und mit Genuss erfolgt. Keinesfalls sollen sie Ersatz für eine vollwertige Mahlzeit sein.

Kann Akne durch Schokolade entstehen?

Akne ist eine Hauterkrankung. Sie kann in der Pubertät als Folge der hormonellen Umstellung und den dadurch resultierenden Veränderungen der Talgdrüsenfunktion und Talgzusammensetzung entstehen. In bestimmten Fällen können weitere Einflussfaktoren an der Entstehung von Akne beteiligt sein. Ob bestimmte Lebensmittelinhaltsstoffe zu diesen Faktoren gehören, wird von Wissenschaftlern derzeit noch widersprüchlich beurteilt. Eine Verschlimmerung der Akne durch übermäßigen Verzehr von Schokolade konnte bisher nicht festgestellt werden. Vielversprechend scheint die Beobachtung, dass der Verzehr von ausreichend Gemüse besonders bei Mädchen das Auftreten von Akne mindern kann.

Ist Salz aus Salzstangen, Brezeln etc. für Bluthochdruck verantwortlich?

Nein. Die Nationale Verzehrsstudie NVS II, bei der aktuell das Ernährungsverhalten von 20.000 Deutschen untersucht wurde, benennt Knabberartikel nicht als eine Hauptquelle für Salz, speziell Natrium. Die Verzehrsmengen sind zu gering, als dass sie eine Rolle bei der Salzzufuhr spielen könnten.
Auch haben Wissenschaftler herausgefunden, dass nur ca. 40 Prozent der Bluthochdruck-Patienten "salzsensitiv" sind. Das heißt, nur bei ihnen kann ein verminderter Kochsalzkonsum zur Blutdrucksenkung beitragen. Wahrscheinlich spielt eine genetische Veranlagung eine Rolle bei der "Salzsensitivität".

Was besagt die GDA-Kennzeichnung, die in Deutschland bereits auf zahlreichen Lebensmitteln zu finden ist?

GDA steht für Guideline Daily Amount und bedeutet: Richtwert für die Tageszufuhr, zum Beispiel an Energie, Zucker, Fett, gesättigten Fettsäuren und Salz. Zahlreiche verarbeitete Lebensmittel tragen bereits diese freiwillige Kennzeichnung. Als exemplarische Bezugsgröße wird der durchschnittliche Energiebedarf pro Tag einer erwachsenen Frau angenommen und mit 2.000 Kilokalorien (kcal) angesetzt. In Relation zu diesem Bezugswert ist der Energiegehalt von einer Portion des betreffenden Lebensmittels als GDA-Wert angegeben. ((ggf. Foto: Beispiel für GDA-Kennzeichnung))
Schon der Begriff "Richtwert" bringt es zum Ausdruck: Es handelt sich bei den Angaben um eine Orientierung. Der tatsächliche Energie- und Nährstoffbedarf unterscheidet sich von Person zu Person. Er ist u. a. abhängig vom Alter, Geschlecht, der körperlichen Aktivität etc.

Hinweis: Wenn Sie sich vertiefender mit diesem Thema beschäftigen möchten, empfehlen wir Ihnen den Beitrag im Wissenschaftlichen Pressedienst 3/2008 " "Weniger Übergewicht durch mehr Information? Möglichkeiten und Grenzen einer erweiterten Kennzeichnung von Lebensmitteln" von Prof. Dr. Andreas Hahn, Hannover <>.

Kann Schokolade Migräne auslösen?

Migräne wird meist durch äußere Umstände ausgelöst. Stress, ein ungeregelter Tagesablauf und hormonelle Schwankungen sind die häufigsten Auslöser für Migräne bzw. Kopfschmerzen. Auch einige Lebensmittel können bei empfindlichen Menschen Kopfschmerzen hervorrufen. Zwischen dem Verzehr von Schokolade und dem Auftreten von Kopfschmerzen ist Experten zufolge kein Zusammenhang belegt. Grundsätzlich gilt: Menschen, denen bekannt ist, dass ihre Kopfschmerzen auf den Verzehr bestimmter Lebensmittel zurückzuführen ist, sollten diese meiden.

Muss ich mir Sorgen machen, dass Trans-Fettsäuren mein Risiko für Atherosklerose erhöhen?

Nein. Die Aufnahme von Trans-Fettsäuren liegt in Deutschland im Schnitt unter 1 Prozent der zugeführten Gesamtnahrungsenergie - dem Wert, den Fachgesellschaften als Obergrenze empfehlen. Aktuelle Untersuchungen von Margarinesorten, Kartoffelchips und anderen Lebensmitteln zeigten, dass der Anteil Trans-Fettsäuren am Gesamtgehalt Fettsäuren in den Lebensmitteln auf Null bzw. auf 1 bis 2 Prozent reduziert wurde. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann sich erst bei einer hohen Zufuhr von Trans-Fettsäuren (über 4 Prozent der Gesamtnahrungsenergie) erhöhen.
Hinweis: Wenn Sie sich vertiefender mit diesem Thema beschäftigen möchten, empfehlen wir Ihnen den Fachaufsatz "Risiko trans-Fettsäuren? " von Prof. Dr. Andreas Hahn, erschienen im Wissenschaftlichen Pressedienst WPD 1/2008. <>

Besteht ein Zusammenhang zwischen Schokoladenverzehr und Hyperaktivität?

Bestimmte Nahrungsmittel, wie auch Schokolade, stehen immer wieder in der Diskussion, wenn es um Auslöser oder Verstärker des Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndroms (ADHS) geht. Generell ist der Zusammenhang zwischen ADHS und der Ernährung jedoch nicht abschließend geklärt.

Darf ich überhaupt naschen, wenn ich mich bewusst ernähren will?

Ja. Sich bewusst zu ernähren, bedeutet auch genießen zu können. Wenn Sie sich ausgewogen ernähren und außerdem bewegen, dürfen Sie natürlich auch naschen. Es kommt - wie bei allen Lebensmitteln - auf die Menge an. Verbote bestimmter Lebensmittel machen weder schlank noch zufriedener. Gönnen Sie sich ganz bewusst etwas Süßes und genießen Sie es. Die Naschration sollte allerdings kein Ersatz für eine Mahlzeit sein.



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